Geschichte des Pragviertels

Das Nordbahnhofviertel gehört zum Stadtbezirk Stuttgart-Nord und grenzt unmittelbar an das Stadtzentrum. Es trägt auch den Namen Auf der Prag, was allerdings nichts mit der tschechischen Hauptstadt zu tun hat. Der Name vielmehr stammt von der historischen Bezeichnung der Gegend nördlich des Stadtzentrums, die mit dem Pragsattel als Eingang zum Stuttgarter Talkessel schon immer ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war.

Mit dem Bau des Hauptbahnhofs und der umfangreichen Eisenbahnanlagen Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Viertel weitgehend eingekreist. Auf der Westseite wird es begrenzt durch den bogenförmigen Bahndamm und den Rosensteinpark, die Ostseite grenzt an die bahntechnischen Betriebe des Inneren Nordbahnhof und an den Pragfriedhof. So entstand ein in sich geschlossenen Viertel mit der markanten D-Form.

LuftbildDie Königliche Eisenbahnverwaltung nutzte ab Ende des 19. Jahrhunderst die zentrale Lage zum Bau von Arbeiterwohnungen, was dem Viertel den Namen Eisenbahnerdörfle eintrug. Aus dieser Zeit stammen die um großzügige Innenhöfe gruppierten Backsteinbauten, die zum großen Teil Krieg und Sanierungen überstanden haben und das Straßenbild noch heute prägen.

KleinstrasseIm nördlichen Teil um die heutige Goppeltstraße (früher Ehmannstraße) waren Anfang des 20. Jahrhunderts noch die Gartenanlagen einer Gärtnerei. Auch hier entstanden verschiedene Häuser bzw. wurden von der Bahn erworben und als Wohnungen für gehobene Angestellte genutzt. Später verkaufte die Bahn die meisten Wohngebäude im Viertel, aber noch heute leben hier viele Eisenbahnher-Familien.